Der nachfolgende Text ist kein RAP im ursprünglichen Sinne, inhaltlich spiegelt er aber das Empfinden und das Verarbeiten von Empfindungen hochsensibler Menschen - vielleicht finden Sie sich in den Zeilen wieder...

 

HSP-"Rap"

sag, bist du zart besaitet
wenn dein herz dich leitet
und wenn entscheidungen
in den hirnwindungen
etwas länger brauchen
weil sie tiefer tauchen?
denkbare möglichkeiten
brauchen beleuchtungszeiten
und zwar von allen seiten
              um der klarheit einen wunderbaren weg zu bereiten
denn alle blitzideen
kannst du auf einmal seh’n
die masse an gedanken
lassen Dich scheinbar schwanken
ist alles abgewägt
ist’s aussen meist zu spät.
die welt ist dir zu schnell
die große stadt zu grell
doch kannst du sicher sein
etwas vom schönsten schein
ein kleiner eindruck nur
aus mutter erd natur
          kann dich in kürze erden um für dich sicherer zu werden.
sag, nimmst du stimmung wahr
siehst deine farben klar
und feine klangnuancen
sind gute stimmungschancen
doch ist im strumpf ein faden
ein etikett im kragen
kannst du’s fast nicht ertragen
          und musst kapitulativen gang zur schere wagen.
kannst du haarfein erinnern
was dich berührt im innern
lässt du dich irre führen
von launen, die wir spüren
scheinst du ein scheues reh
tun manche töne weh
schlägst du dich in die flucht
wenn lautes nähe sucht
ein feiner klang hingegen
kann dich ganz tief bewegen
doch ist der reiz zu groß
willst du die ruhe bloß
        um dich neu zu sortieren und dich nicht zu verlieren.
du siehst zusammenhänge
zwischen der menschen menge
sie mögen dich erschrecken
du willst dich dann verstecken
erkenntnis kann bedrängen:
sie führen zu manch zwängen
doch nimmst du zeit zu denken
    kannst du mit muße und in ruhe entgegenlenken.
sag mal, benutzt du schon
seit denken intuition
du denkst, die andern spinnen
wenn du mit sieben sinnen
        erkennst, was wahr ist und was recht
     und spürst, die menschen sind nicht echt
fühlst dich als kind verraten
von großen schlecht beraten
doch unmut ist dir fremd
weil seele grund erkennt
die not beim namen nennt
       und die trauer und die wut und die enttäuschung verbrennt.
die andersartigkeit
geht dir von zeit zu zeit
dermaßen gegen strich
sagst dir: das will ich nicht
du scheinst naiv und offen
so bleibt der welt zu hoffen
dass du dir so gefällst
und es dir gut erhältst
die welt braucht mensch wie dich
mit weisheit und umsicht
gedanken tief’rer schicht
sonst gäb’s die menschheit nicht
in zeiten, grob und hart
spürst du die gegenwart
menschen von deiner art
mit seelenleben zart.
du kannst die zarten fäden
lichtvoll zum netz verweben
statt ängstlichem verstecken
die erde schützend decken...


Harsaran, 20.10.12

PS: tut dir der weltschmerz weh?
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